Binationale Ehen: Was Polen & Deutsche beachten müssen

Wo die Liebe hinfällt und wann sie zuschlägt, weiß niemand – im Büro, im Supermarkt oder gar im Auslandsurlaub? Gerade deutsch-polnische Beziehungen sind heute keine Seltenheit mehr. Für die Liebe spielt die Nationalität des Partners selbstverständlich keine Rolle, dennoch gibt es spätestens bei der Eheschließung einige Dinge zu beachten.

Hochzeitspaar Hand in Hand

Deutsch-polnische Ehen sind aufgrund der EU-Bestimmungen unproblematisch. (Bild: Nuvola – Fotolia)

Liebe über Landesgrenzen hinweg

Nicht nur Menschen in der Grenzregion von Polen und Deutschland setzen sich bei der Suche nach dem passenden Partner mitunter über Landesgrenzen hinweg. Auch Studenten, die ein Auslandssemester im jeweils anderen Land verbringen oder Touristen, die trotz zeitlich begrenztem Aufenthalt von Amors Pfeil getroffen werden, verlieben sich trotz – oder gerade aufgrund – der unterschiedlichen Nationalität. Online-Partnerbörsen oder spezialisierte Agenturen wie PolishHarmony können helfen, wenn gezielt nach einem Partner aus Polen gesucht wird.

Die deutsche und die polnische Mentalität

Während in Deutschland meist die Rolle der emanzipierten Frau vorherrscht, lassen sich die Damen in Polen gerne von ihrem Liebsten verwöhnen. Tür aufhalten, Blumen schenken und viele Komplimente gehören für Polinnen zu einer guten Beziehung. Zudem legen Polen großen Wert auf eine glückliche Familie. Ein harmonisches Zusammenleben zählt für sie meist mehr als ein erfolgreicher Beruf. Nicht selten treffen dennoch Polen und Deutsche mit den gleichen Wertvorstellungen aufeinander und beschließen, den Rest ihres Lebens gemeinsam zu verbringen.

Hochzeit zwischen den Kulturen

Generell ist die Krönung einer deutsch-polnischen Liebe durch eine rechtskräftige Heirat relativ unkompliziert, da beide Länder zur Europäischen Union gehören. Zudem zählt der römisch-katholische Glaube sowohl in Polen als auch in Deutschland zu den am häufigsten praktizierten Glaubensrichtungen. Besteht ein Paar aus einem polnischen und einem deutschen Partner, kann die Ehe daher in beiden Ländern geschlossen werden.

Deutsch-polnische Hochzeit

Polnische Frauen wünschen sich einen Gentleman als Ehemann. (Bild: Kzenon – Fotolia)

Standesamtlich heiraten: Polnisch oder deutsch?

Für den inländischen Partner entsteht bei der standesamtlichen Trauung kein zusätzlicher Aufwand, lediglich ein Personalausweis und eine Meldebescheinigung müssen vorliegen. Der ausländische Partner muss außerdem folgende Dokumente bereitstellen:

  • – Pass
  • – Geburtsurkunde
  • – Bei bereits vollzogener Scheidung: Gerichtsurteil
  • – Bei verwitweten Partnern: Sterbeurkunde
  • – Ehefähigkeitszeugnis des Standesamtes

Wird die Ehe in Polen geschlossen, müssen alle Dokumente ins Polnische übersetzt und offiziell beglaubigt werden. Zudem muss der deutsche Partner polnisch sprechen, oder während der Zeremonie über einen Dolmetscher kommunizieren. Andersherum gilt dasselbe, wenn die Hochzeit in Deutschland stattfindet.

  • Wichtig: Die Ehe folgt dem Gesetz des Landes, in der sie geschlossen wird. Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch in verschiedenen Bereichen zwischen dem polnischen und dem deutschen Recht gewählt werden – zum Beispiel betreffend der gemeinsamen ehelichen Güter.

Konkordatstrauung – Besonderheit in Polen

In Polen ist es für katholische Partner mit der Konkordatstrauung möglich, gleichzeitig kirchlich und rechtswirksam zu heiraten. Dies sollte jedoch frühzeitig geplant werden, denn von beiden Partnern muss ein „ehelicher Vorbereitungskurs“ absolviert werden. Dieser dauert etwa zehn Wochen; auch in Deutschland gibt es entsprechende Angebote. Zudem müssen für die Konkordatstrauung von beiden Partnern folgende zusätzliche Dokumente vorgelegt werden:

  • – Ausweis
  • – Geburtsurkunde und Taufurkunde
  • – Nachweis über eine abgelegte Beichte
  • – Unbedenklichkeitsbestätigung
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