Die Geschichte Polens

Die ersten Besiedelungen im Gebiet des heutigen Polens gehen auf die Jahre zwischen 8.000 und 5.000 vor Christus zurück. Im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus taucht Polen in den Erzählungen römischer Autoren wie Tacitus auf.

Der Deutscher Orden in Polen, 1410 (Bild: S. Bollmann/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Polen im Mittelalter

Im Jahre 966 wird Polen unter Herzog Miesko I. christlich, vier Jahre später geht Boleslaw der Tapfere ein Bündnis mit dem deutsch-römischen Kaiser Otto III. ein und lässt sich zum König von Polen krönen. 1138 beginnt die Aufteilung des Landes in einzelne Provinzen.

Im Jahr 1226 kommt der Deutsche Orden nach Polen und behält lange Zeit Einfluss auf die polnischen Lande. 1320 wird der Großteil der polnischen Provinzen vereinigt und 1385 kommt es zum großen Umbruch in Polen. Die polnische Königin Hedwig von Andegawen heiratet den litauischen Großfürsten Jagello – die polnisch-litauische Union wird geboren.

Polen vom 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

Im Jahre 1505 kommt es zu einer ersten Verfassung in Polen, die so genannte „Nihil Novi“ macht das Land zu einer Adelsdemokratie. 1525 wird der Deutsche Orden aufgelöst. 1569 werden das Königreich Polen und das Großherzogtum Litauen zu einem vereinten Staat, der sogenannten Adelsrepublik beider Nationen. In den ersten freien Königswahlen wird Henryk Walezy zum König gekürt.

1627 besiegt Polen die Schweden in der Schlacht von Danzig. Die Schweden fallen jedoch dreißig Jahre später in Polen ein – ein fünfjähriger Krieg gegen Schweden, Preußen und Siebenbürgen wird ausgelöst. 1686 muss Polen den östlichen Teil der Ukraine und Smolenskland an Russland übergeben. Zwischen 1700 und 1721 kommt es erneut zum Krieg auf polnischem Boden. Der Nordische Krieg, in dem Russland gegen Schweden kämpft, ruiniert Polen in wirtschaftlicher Hinsicht.

Das 18. Jahrhundert wird zum Jahrhundert der Teilungen Polens. Im Zuge der Ersten Teilung (1772) verliert Polen ein Drittel seines Gebietes an Österreich, Preußen und Russland. Die Zweite Teilung findet 1793 statt und nur zwei Jahre später wird Polen erneut geteilt. Diese letzte Teilung beendet die Adelsrepublik endgültig, der letzte König muss abdanken. 1791 wird Polen zur konstitutionellen Monarchie.

Im Zuge des französisch-russischen Friedens von Tilsit 1807 wird das Herzogtum Warschau gegründet. Auf dem Wiener Kongress wird aus dem Herzogtum Warschau das Königreich Polen. Zur gleichen Zeit werden das Großherzogtum Posen sowie die Krakauer Republik gegründet. 1830 beginnt der polnisch-russische Krieg, mehrere Aufstände werden niedergeschlagen. Schlussendlich wird das Königreich Polen 1863 aufgelöst und dem russischen Zarenreich angeschlossen.

Marschall Józef Piłsudski, Führer der Zweiten Polnischen Republik in der Zwischenkriegszeit (Bild: Wikipedia/gemeinfrei)

Polen im Ersten und Zweiten Weltkrieg

1915 rücken deutsche Truppen in der polnischen Hauptstadt Warschau ein – Polen fällt in die Hände von Deutschland und Österreich-Ungarn. 1916 rufen die Mittelmächte Polen als selbstständigen Staat aus. 1918 kommt Józef Pilsudski an die Macht, er wird ein Jahr später zum Staatsoberhaupt.

1920 kommt es zur sogenannten Warschauer Schlacht – die Rote Armee marschiert nach Warschau, wird jedoch frühzeitig aufgehalten. Somit besiegt Polen die Russen und die östlichen Grenzen werden 1923 festgelegt. Ein Jahr später wird der Zloty zur offiziellen Währung Polens.

1939 kommt es zum Ribbentrop-Molotow Vertrag, in dem das Deutsche Reich und die Sowjetunion die Teilung Polens beschließen. Am 1. September desselben Jahres fallen die Deutschen in Polen ein. Im November 1939 werden knapp 200 polnische Intellektuelle in Konzentrationslager gebracht. 1940 kommt es zur Errichtung eines Ghettos in Warschau, das 1943 geräumt wird – knapp 60.000 Juden werden in verschiedene Vernichtungslager deportiert.

Polen unter den Sowjets

Im Juni 1945 wird das „Vorläufige Kabinett der Nationalen Einheit“ gegründet, die Mehrheit in der Regierung haben die Kommunisten. 1948 wird eine einheitliche kommunistische Partei gegründet – die PZPR. Von den 1950ern bis Ende der 1970er kommt es immer wieder zu Arbeiterstreiks, die wirtschaftliche Lage Polens verschlechtert sich zusehends.

Der Runder Tisch zwischen der PVAP und der Solidarność-Bewegung 1989 (Bild: Wikipedia/Gemeinfrei)

1980 werden den Arbeitern erstmals Zugeständnisse gemacht, die Gewerkschaft „Solidarnosc“ wird geboren. 1989 kommt es schließlich zu Verhandlungen zwischen der PZPR und den demokratischen Oppositionellen.

Polen wird demokratisch

Bei den ersten teildemokratischen Wahlen ist die Solidarnosc der große Gewinner. Zu Beginn der 1990er wird die Planwirtschaft in eine freie Marktwirtschaft umgewandelt, die Zensur wird abgeschafft und Lech Walesa wird zum ersten Präsidenten des freien Polens. 1993 verlassen die letzten russischen Soldaten Polen.

Polen im 21. Jahrhundert

2004 tritt Polen der EU bei, bei den Wahlen 2005 kommt es zu einem Richtungswechsel in der polnischen Politik – der Konservative Jaroslaw Kaczynski kommt an die Macht. Nach einem Flugzeugabsturz, in dem dieser tödlich verunglückt, wird Bronislaw Komorowski neuer Staatschef.


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